Halle an der SaaleDas Stadtbild von Halle an der Saale ist von mittelalterlichern Bauwerken und Gründderzeitarchitektur geprägt. Die Stadt präsentiert Händelfestspiele, Salz, Halloren und die Himmelsscheibe von Nebra.

Warum sich eine Spritztour nach Halle an der Saale lohnt

Museumsbesucher, Architekturliebhaber und Kulturfreunde finden in Halle an der Saale interessante Ziele. Die vielseitigen Angebote in der mitteldeutschen Stadt reichen für mehr als einen Kurzurlaub.

Wer durch die hallesche Altstadt und  angrenzende Wohnviertel spaziert, darf ruhig den Kopf hochtragen, denn nur so kann er die reizvolle Dachlandschaft bewundern. Türme und Türmchen, Laternen und Dachluken, architektonische Raffinessen verschiedener Bauepochen zieren die Fassaden und Dächer der Stadt. Engagierte Bürger bewahrten 1945 die Stadt vor den zerstörerischen Straßenkämpfen und Bombenangriffen, indem sie rechtzeitig die „weiße Fahne hissten“. So blieben die imposanten Bauwerke weitestgehend erhalten.

Das Graseweghaus

Mittelalterliches findet der Stadtbesucher in den alten, eingemeindeten Stadtteilen am Rand und natürlich im Stadtkern. Mächtig steht der rund 84 Meter hohe Rote Turm mitten auf dem Marktplatz, sein Carillon mit 76 Glocken soll das größte in ganz Europa sein. In der Marktkirche gegenüber hat bereits Martin Luther gepredigt und das rötliche Marktschlösschen aus dem 16. Jahrhundert birgt heute die Tourist-Information der Stadt. Nur wenige Meter von hier markiert das Fachwerk-Graseweghaus das Ende einer schaurigen Gasse. Während der schweren Pest des 14. Jahrhunderts wurden die Erkrankten dort eingemauert und ihrem Schicksal überlassen. Nach zehn Jahren erst riss man die Mauern zu dem Weg nieder, über die Gebeine der Verstorbenen war längst Gras gewachsen. Lange hat es gedauert, bis das Graseweghaus endlich saniert und zu einer Zierde der Straße wurde.

Beatlesmuseum im historischen Gebäude

Noch ältere Häuser haben am Alten Markt die Zeit überdauert, wobei der Kern der ältesten, romanischen Gebäude noch aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammen. Dort, in einem Barockhaus hat sich übrigens das viel besuchte Beatles Museum etabliert. Wesentlich jünger sind die Gebäude der Gründerzeit, die ganze Straßenzüge der südlichen Innenstadt schmücken. Erker, Giebel, Plastiken zieren die Fassaden im Stil der Neurenaissance oder des Barock. Als erblühende Industriestadt bekam die Stadt im 19/20. Jahrhundert repräsentative Industriegebäude, Werkhallen und Fabriken, mit herrlichen Schaufassaden. Einiges davon ist gut erhalten und wird zweckentfremdet aber sinnvoll weiter genutzt.

Kultur-Mix in der Händelstadt

Mit einem bunten Mix von kulturellen Angeboten empfiehlt sich Halle ebenfalls für einen Kurztrip. Dabei sind die Händelfestspiele nur ein Höhpunkt im Kulturkalender der Stadt, in der Händelhalle werden Konzerte verschiedenster Genres aufgeführt und das Opernhaus glänzt mit anspruchsvollen Inszenierungen. Zu den traditionsreichen Bühnen der Stadt gehört unbestritten das legendäre Steintor-Varieté aber auch das Puppentheater und das Kabarett „Die Kiebitzensteiner“. Den kleineren Hallensern und gleichaltrigen Gästen gefallen die Darbietungen im Märchenteppiche oder dem Figurentheater Anna-Sophia besonders gut. Außerdem organisieren die Gastwirte der vielen Kneipen, Cafés und Restaurants erlesene Veranstaltungen und Programmkinos wie das „Luchs“ oder „Puschkino“ geben vielen kleineren Filmproduktionen eine Chance.

Burgen, Dampfloks und Schokolade

Wer nach Stadtbummel und Kultur noch Zeit für Museumsbesuche mitbringt, hat eine große Auswahl. Das bekannteste Museum ist sicherlich das Landesmuseum für Vorgeschichte, wo unter anderem die berühmte Himmelsscheibe von Nebra ausgestellt wird. Naschkatzen sollten unbedingt in das Hallorenmuseum gehen, das zur ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands gehört. Wahre Schoko-Meisterwerke gibt es dort zu sehen und man kann den Produzenten auf die Finger schauen.

Für Freunde alter Fahrzeuge gibt es im Historischen Straßenbahndepot Halle gute alte Bahnen zum Ansehen und Anfassen. Gelegentlich werden die liebevoll restaurierten Trieb- und Beiwagen auch aus dem Schuppen geholt und auf nostalgische Fahrt durch die Stadt geschickt. Museale Dampf- und Dieselloks stehen im alten Lockschuppen des DB Museums bereit, darunter Elektrolokomotive E 18 31 sowjetische Großdiesellok 130 101. Halles Künstler zeigen ihre Werke unter anderem im Kunstforum, der Burg-Galerie im Volkspark oder der Kunsthalle Villa Kobe. Bei all den Museen darf natürlich das Saline-Museum nicht fehlen, denn Salz hat ja eine zentrale Bedeutung für die Stadtgeschichte Halles.

Dann gibt es noch die beiden Burgen am Saalestrand, wobei auf dem Giebichenstein ja nur noch sehenswerte eine Ruine steht. Es ist die älteste der Burgen an der Saale, der Burgturm ist noch begehbar und bietet eine grandiose Sicht auf die Stadt. Mitten in der Stadt befindet sich die Moritzburg, die wiederum jüngste Burg am Saaleufer ist und spannende Exponate beherbergt. Für die nächste Spritztour nach Halle gäbe es noch den Zoo, die Peißnitz, den Klettergarten und vieles mehr.